Kategorie: neues von nun

Bild von Superman aus Vortrag von Lena Frischlich mit Aufforderung: Erzählt die besseren Geschichten neues von nun

Schnittstellentreffen II: Digitaler Input

Fast 50 TeilnehmerInnen recken ihre Gesichter in die Kamera – so viele, dass die kleinen Kacheln nicht auf meinen Monitor passen und ich hin und her schalten muss um alle zu sehen. Auch wenn unter den Gesichtern Name und Institution eingeblendet sind, fällt es nicht leicht den Überblick zu behalten. Aber das wäre bei einem persönlichen Treffen auch nicht anders gewesen.

Nach der Begrüßung nähern wir uns moderiert von Cathy Narriman in der Gruppe dem Begriff Narrativ an und erleben direkt eine Stärke von Netzwerken, als die TeilnehmerInnen im Chat ihre Begriffsdeutungen teilen und die Perspektivenvielfalt der Gruppe deutlich wird.

In Sessions mit je drei Teilnehmenden lernen wir uns kennen und erproben sieben Fragen und lernen wie der Smalltalk beim Netzwerken für alle Gesprächspartner:innen produktiv gemacht werden kann.

Anschließend teilt Lena Frischlich ihr Expertinnenwissen zu gesellschaftlichen Narrativen. Wir lernen, dass Narrative Sinn stiftende Geschichten sind. Auch wenn sie bisweilen abstrakter oder knapper als eine typische Held:innengeschichte sind, gilt das gut erzählte Geschichten überzeugend sind egal aus welchem Lager sie erzählt und mit wie viel Fakten sie unterfüttert sind.

Die Vorstellung des Programms neue unentdeckte narrative schließt daran an und lädt dazu ein gemeinsam Kulturproduktionen zu starten die gesellschaftliche narrative bearbeiten, die mehr Halt bieten als rechtspopulistischer Hass.

Johannes Gruner gibt einen Einblick zu rechten Aktivitäten in der Region. In Kleingruppen wird sich der Frage angenähert welche gesellschaftlichen Narrative jenen Aktivitäten Einhalt gebieten oder entgegenwirken können.

Robert Verch

Workshop mit Klebezetteln neues von nun

Nächstes Schnittstellentreffen am 27. November – digital

Am 27. November 2020 findet ab 10:15 Uhr (Technikcheck, Beginn ab 10:30) das nächste Schnittstellentreffen statt.

Das Vernetzungstreffen findet digital statt. Auch hierfür bitten wir um Anmeldungen über unsere Online-Maske.

Worum geht es?
Wir von nun unterstützen lokale Akteur*innen bei der Produktion neuartiger Kulturformate, die rechtem Hass und populistischen Erzählungen entgegenwirken.
Am 27. November 2020 laden wir beim Schnittstellentreffen zum Perspektivwechsel zwischen Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung ein. Es geht um Austausch, Vernetzung und das gemeinsame Entwickeln von Ideen für künftige Projekte.
Für wen ist das Schnittstellentreffen interessant?
Das Treffen richtet sich an alle Akteur*innen aus Chemnitz, Zwickau und Südsachsen, die sich für narrative Ansätze, Kulturformate und neue Kooperationen interessieren.
Was sind die Themen am 27.11.?
• Moderierter Austausch und Vernetzung mit der Barcamp-Methode
• Impulsvorträge von
– Prof. Dr. Lena Frischlich, Medienpsychologin und Beirätin von nun
– Johannes Grunert, Journalist, zu rechten Aktivitäten in der Region
• Kurzvorstellung vom Programm neue unentd_ckte narrative
Wie kann ich mich anmelden?
Melde dich über unsere Online-Maske an:
https://www.surveymonkey.de/r/YDVDN6Q

Zur Vorbereitung gibt es hier eine spannende Publikation von Lena Frischlich

Hier zu Artikeln von Johannes Grunert in Die Zeit. 

Kissenschlacht auf dem Sonneberg aufstand der geschichten

Hang zur Kultur 2020

Am 3. Oktober feierte nun mit beim Stadtteilfest Hang zur Kultur auf dem Chemnitzer Sonnenberg. Ein Höhepunkt war die letztmalige Aufführung des Generationenstücks „Aufstand der Dinge“ in der Markuskirche. Ein passender Ort: Die Markuskirche hätte es ohne die Einheit nicht gegeben, denn ihr Abriss war bereits Ende der 1980er Jahre beschlossen worden. Das Theaterstück hatte im Rahmen des nun-Festivals Aufstand der Geschichten 2018 seine Premiere gefeiert und entstand in Kooperation mit neue unentd_ckte narrative. Vielen Dank an die beiden Puppenspielerinnen Claudia Acker und Mona Krueger des Figurentheaters Chemnitz und an das Chemnitzer Industriemuseum, das die eigentlichen Hauptdarsteller (das Trimmrad, der Robotron-Rechner, der Klapphocker, die Wanze und weitere Erinnerungsstücke) zur Verfügung stellte.
Auf dem von nun organisierten Flohmarkt vor der Markuskirche wechselten nicht nur jede Menge Dinge und Geschichten die Besitzer:innen, sondern auch zu einem regen Austausch der Erinnerungen bei den zahlreiche Zeitzeugengesprächen zu Nierenschalen, Fußpuderdosen oder Pioniertüchern. Und auch neue Erinnerungen wurden geschrieben bei der erste „Karl-Marx-Städter Kissenschlacht Chemnitz“ der hedonistischen Spaltpilze passend zum Tag der Deutschen Einheit.

bildungsreisen

Neuer Termin für Bildungsreise: 29.4.-2.5.2021

Im vergangenen Herbst mussten wir unsere Bildungsreise leider verschieben. Ein neuer Termin steht nun fest: 29.4.-2.5.2021. Wir hoffen, dass bis Ende April das Reisen nach Tschechien wieder möglich sein wird. Bei weiteren Änderungen halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.

Von Ústí und Prag lernen?!

Das Programm neue unentd_ckte narrative lädt zur gemeinsamen Reise in die Tschechische Republik zu reisen. Hier untersuchen wir die zentralen Narrative für Rechtspopulismus in Tschechien. Ist es die Angst vor Fremdbestimmung und der Wunsch nach Selbstermächtigung? Dafür besuchen wir die Chemnitzer Partnerstadt Ústí nad Labem und die Hauptstadt Prag, um Neues zu entdecken und auch den Blick auf uns selbst neu zu fokussieren. Die Tschechische Republik, 32 Jahre nach der Samtenen Revolution: Prag ist wirtschaftlich erfolgreich und Ústí hat den Strukturwandel noch immer nicht ganz abgeschlossen, der sich erstaunlich ähnlich dem Chemnitzer Wandel ähnelt.

Wir treffen Akteure aus der Kultur, Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft. Menschen die sich mit viel Ideenreichtum, Humor und innovativen Ansätzen den Problemen des Rechtspopulismus auseinandersetzen. Welche historischen Gründe gibt es für die aktuelle Situation? Welche Narrative und Erfahrungen der Fremdbestimmung und des Opferseins bestimmen die politischen Diskurse? Welche Formen der Selbstermächtigung haben Akteure der Kultur und der Zivilgesellschaft gefunden? Und wie brechen sie das fast homogene Bild der tschechischen Gesellschaft auf? Wo sind die ungehörten Narrative?

Wir treffen spannende Gesprächspartner:innen an Orten die Tschechien bewegen. Erlebt ein antirassistisches Fußballturnier eines Roma-Clubs, spürt das Performancefestival KULT, hört die Geschichten von engagierten Journalist:innen und Künstler:innen, erkundet Prag auf digitalen Stadtrundgängen und sprecht mit progressiven Stadtteilpolitiker:innen.

Rückfragen an: Frauke.Wetzel@asa-ff.de, 0371/23574111

Zum Anmeldeformular

Anmeldeschluss ist der 18. September 2020

“Neuer Termin für Bildungsreise: 29.4.-2.5.2021” weiterlesen

neues von nun

Einladung zum nun-Workshop I:

Digitaler Raum als politisches und theatrales Feld im Rahmen von neue unentd_ckte narrative 2025

Mit Yves Regenass/machina eX am 5. September im Weltecho

 

Im Programm nun (neue unentd_ckte narrative) befassen wir uns mit dem Themenfeld Rechtspopulismus in Europa. Unser Ansatz ist es, nicht nur auf die Phänomene zu schauen, sondern auf die Ursachen, die zugrunde liegenden Narrative, die Brüche und Leerstellen, die sich auf den Ebenen Stadt, Raum und Gesellschaft manifestieren.

Zwischen 2020 und 2024 wollen wir uns verstärkt dem digitalen Raum widmen. In den sozialen Medien entsteht der Nährboden für analoge Gewalt. Eine lautstarke Minderheit dominiert das Netz. Koordinierte rechtsextreme Online-Hasskampagnen nehmen zu. Eine digitale Zivilgesellschaft ist gefragt, die die Freiheiten und Möglichkeiten des digitalen Raumes wieder in die Hand nimmt.

Unser Anliegen ist es, Akteure zusammen und ins Gespräch zu bringen. Unsere Workshops schaffen einen kreativen Raum, in dem wir zusammen lernen und entwickeln, wie wir andere Narrative stärken, auch die im digitalen Raum.

Workshop

Der Theatermacher, Performer und Grundschullehrer Yves Regenass vom Berliner Medientheaterkollektiv machina eX. erprobt mit uns die Rückeroberung:

In einem praktischen Workshop untersuchen wir den digitalen Raum als theatrales und politisches Handlungsfeld. Dies tun wir, indem wir uns anhand eines Live-Action-Remote-Games mit den dramaturgischen Strukturen im Game-Theater beschäftigen. Welche technischen und rahmengebenden Faktoren braucht es um den digitalen Raum und die Liveness kurz zu schliessen? Welche Rolle kommt dem Game-Design in diesem Setting inne? Und schließlich: Wie schafft die interaktive Situation einen Begegnungsraum, in welchem politische Prozesse durchgespielt werden können?

Wenn die Digitalität der Leitbegriff für den Workshop sein mag, so richtet sich die Veranstaltung nicht nur an Technik-affine Menschen. Vielmehr wird die Digitalität als ein grundsätzliches Konzept verstanden, das veränderte, spezifische Handlungsprozesse hervorbringt. Wir nehmen das Spiel als Referenzraum und widmen uns dabei auch nicht-digitalen Formen.

Zum weiterlesen: Ein Interview mit Yves Regenass

Wer kann mitmachen?

Jede:r! egal ob Kulturschaffende, aus der Zivilgesellschaft, der Verwaltung, ob ehrenamtlich, ob kleiner Verein oder großer Kulturakteur. Der Workshop richtet sich an Medien- und Theater-interessierte Menschen, die gerne spielen und ihr eigene praktische Arbeit mit einem neuen crossmedialen Impuls bereichern wollen.

Idealerweise Menschen, die in offen sind, neue Formate auszuprobieren, sich zu vernetzen

Formalia

Wann: Samstag, 5. September

Von: 9:30-17:30 Uhr (inkl. 90minütiger Pause)

Ort: Weltecho, Annaberger Str. 24, 09111 Chemnitz

Anmeldungen per Mail an Frauke Wetzel: frauke.wetzel@asa-ff.de

Nicht vergessen: bis zum 10. September läuft die Ausschreibung für Kulturproduktionen.

neues von nun

Kreative für neue unentd_ckte narrative gesucht

Wir suchen Menschen, die durch ihre eigenen Augen und mit ihren eigenen Geschichten über gesellschaftliche Narrative sprechen wollen. Das Erzählen soll dabei mit Hilfe von Kulturproduktionen geschehen, also beispielsweise

  • Formate, zu denen Menschen kommen: Ausstellung, Theaterstück, Film usw.
  • Formate, die zu den Menschen kommen: ein mobiles Kunstauto, Auftritte an ungewöhnlichen Orten wie in einem Wohngebiet oder auf dem Marktplatz
  • Formate, die die Welt draußen mit der digitalen Welt verknüpfen

Die Kulturproduktionen sollen gemeinsam entstehen: gemeinsam mit anderen Menschen und/oder mit Kulturhäusern wie Theatern oder Museen und/oder mit Vereinen. Dabei sollen aber alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Wir wollen mit Menschen in Chemnitz und in der Region Südwestsachsen arbeiten. Unsere Produktionen sollen dort zum ersten Mal gezeigt werden. Die Initator:innen kommen von dort. Kollaborationen mit Partner:innen und die Einbindung von Kreativen von außerhalb halten wir für absolut wünschenswert. Gerade europäische und internationale Perspektiven wünschen wir uns.

Wir suchen Umbruchsgeschichten: Dabei kann es um vergangene Umbrüche gehen, wie beispielsweise die Wende oder Geschichten von Flucht und Ankunft, um aktuelle Umbrüche, wie beispielsweise Black Lives Matter oder um zukünftige Umbrüche, wie zum Beispiel den Klimawandel.

Die Ausschreibung findet sich hier.

Noch mehr Informationen gibt es in dieser Version.

Seit 5 Jahren arbeiten wir mit verschiedenen Akteuren in der Stadt zusammen und entwickeln gemeinsam die Geschichten. Den letzten Diskussionstand findet ihr hier: Rückblick auf das erste Schnittstellentreffen Juli 2020.

 

neues von nun

Rückblick auf das erste Schnittstellentreffen in 2020

Am 1. Juli 2020 trafen sich 40 Vertreter:innen von Behörden, Politik, Wissenschaft, Sozialarbeit, Schule, Kulturschaffende aus unterschiedlichen Themengebieten (von Umwelt, Integration, Prävention über Kinder, Jugendliche, uvm.) zu unserem ersten Schnittstellentreffen in 2020.

Vielen Dank an all jene die dabei waren. Für alle die es verpasst haben, geben wir hier einen Einblick in das Besprochene. “Rückblick auf das erste Schnittstellentreffen in 2020” weiterlesen

neues von nun

Über Chemnitz reden. Ein Aufstand – die Broschüre

Im Jahr 2017 haben wir das Projekt „neue unentd_ckte narrative“ begonnen. Seitdem fragen wir: Welche Erzählungen, neu oder unentdeckt, stiften Sinn und geben Orientierung, um eine moderne Gesellschaft divers und friedlich zu gestalten?

Für alle die unsere Arbeit nicht begleiten konnten, oder sich erinnern möchten, haben wir in einer Broschüre zusammengefasst und aufbereitet, was wir gelernt haben und was besser geht – als Handreichung zum Reflektieren und zum besser machen! “Über Chemnitz reden. Ein Aufstand – die Broschüre” weiterlesen

aufstand der utopien

Zukunft zum Selbermachen vom 6.-10.11.

Schluss mit der ewigen Weltuntergangsrhetorik, dem ständigen 5 vor 12! Vermesst mit uns utopische Zwischenräume während des fünftägigen Festivals Aufstand der Utopien und lasst uns gemeinsam positive Erzählungen als Triebkraft eigener Verantwortung entwerfen.

Erzählungen über vergangene und zukünftige Umbrüche sind das Futter aktueller Macht- und Anerkennungskonflikte weltweit“, betont Jane Viola Felber, Projektleiterin vom Programm „neue unentdeckte narrative“. „Uns geht es nicht um die eine große Erzählung, sondern darum, den vielen kleinen Zukunftserzählungen in der Stadt Raum zu geben.

Zusammen mit über 20 KooperationspartnerInnen initiiert das Modellprogramm „neue unentd_ckte narrative“ des ASA-FF e. V. das Festival „Aufstand der Utopien“. Es wird der Blick in die Zukunft, auf Utopien und Dystopien gerichtet: Welche Erzählungen prägen unsere Vorstellungen über die Zukunft und welche Rolle spielen diese für aktuelle Herausforderungen? Die Eröffnungsrede hält der Utopieforscher Richard Saage, moderiert von Juri Gagarin. Dann geht es in die St. Markuskirche auf dem Sonnenberg, um mit dem belgischen Ensemble um Ultima Vez in ihrem partizipativen Tanzstück “INVITED” gemeinsam in Kontakt zu treten und Gesellschaft zu tanzen. Als Kontrastprogramm sperrt die Oper Chemnitz Mefistofele in den Club zu elektronischer Musik. Die Initiative Offene Gesellschaft und AGIUA fragen in zwei interaktiven Ausstellungen, in welchen Gesellschaften wir leben wollen. Im weiteren Verlauf reißt das Theater im Escaperoom das Monopoly-Spiel ein und macht sich in der Bevölkerung auf die Suche nach konkreten Utopien. In einem Zukunftslabor reisen Jugendliche mithilfe Gagarins in die Welt von morgen. Mit Utopia Toolbox werden Utopien in den Stadtraum übersetzt. Am 9.11. spannen wir mit Zeitzeuginnen den Bogen von der Wende als utopischen Zwischenraum über den Arabischen Frühling und Occupy bis heute und veranstalten gemeinsam mit Laszlo Nagy ein Paneuropäisches Picknick um die “Eisernen Vorhänge” von Heute einzureißen. Am Sonntag, den finalen Tag, bringen wir Chemnitzer UtopistInnen zusammen und konservieren die Gespräche und Visionen während des Festival in einer Zeitkapsel, die erst am 9.11.2089, 100 Jahre nach der Friedlichen Revolution, wieder geöffnet wird.

Die Utopisten von heute sind die Realistinnen von morgen. Fangen wir an!

Tickets findet ihr hier oder an den jeweiligen Abend- und Museumskassen.

Für mehr Informationen hier