Monat: Mai 2018

neues von nun

Recherchereise nach Bratislava

Vom 25.-28. April waren wir in Bratislava auf der europäischen Konferenz „Face to Face“. Im Zentrum der Konferenz standen gesellschaftliche Dialogformen: angefangen von individuellen Grenzüberschreiterinnen über unterschiedliche Community-Building Methoden hin zu aktuellen Protestformen in Ungarn und der Slowakei.

Der Kurzfilm über unser Projekt „Unentdeckte Nachbarn“ als Teil der Kampagne des europäischen Netzwerks für Gewaltlosigkeit und Dialog (ENND) hatte Premiere. Außerdem haben wir einen Workshop über unseren Ansatz der kreativen Diskurstransformation unter dem Titel „Hacking the Policy Cycle through Art: The Method of Creative Discourse Transformation“ gehalten.

Ein spannendes Beispiel aus dem Community-Building Lab: die Vorstellung der Künstlerinnengruppe „stacion“, die in Žilina in den 90ern ein verlassenes Bahnhofsgebäude in ein Kulturzentrum verwandelt haben und seitdem eine großartige Aktion nach der anderen realisieren – letztens erst die örtliche Synagoge über ein riesiges Crowdfunding-Konzept renoviert haben.

Unter den hundert Gästen aus ganz Europa und den USA waren etliche Bekannte, aber auch viele neue Kontakte. Spannend war zum Beispiel der Austausch mit Akteurinnen aus Banská Bystrica. 2013 gewann hier Marian Kotleba, Präsident der rechtsextremistischen Partei „Volkspartei Unsere Slowakei“ bei Regionalwahlen. Zahlreiche Proteste folgten, die Zivilgesellschaft lebte auf, Initiativen in Schulen und Kultur starteten. Letztes Jahr standen Neuwahlen an, begleitet von großen Kampagnen. Kotleba verlor die Wahlen.

Außerdem haben wir die Zeit genutzt, um Kulturschaffende zu treffen, wie die junge Performance-Gruppe „DPM“ um Šimon Ferstl und Jakub Szatinsky sowie Patrik Krebs vom „Theater für Obdachlose“. Wir waren in der Ausstellung „Paradox of Tolerance“ von Tomáš Rafa zum Thema Rechtsextremismus in Europa in der Kunsthalle Bratislava.

Wie auf jeder Recherchereise haben wir außerdem die offizielle Geschichtsschreibung unter die Lupe genommen: Welche historischen Ereignisse werden wie beleuchtet? Wie werden Transformationsprozesse beschrieben? Interessant war, dass es in Bratislava kein Geschichtsmuseum gibt. Dafür wurde auf der Burg einiges an Geschichten geboten, von den Kelten bis zur aktuellen Wechselausstellung über die Geschichte der Tschechoslowakei.

            Gefördert vom                                                         im Rahmen des Bundesprogramms

neues von nun

Ausschreibung: Pädagogische Honorarkraft für Jugendtheaterprojekte in Chemnitz und Zwickau

Unter Leitung des ASA-FF e.V. werden ab Mai 2018 zwei Jugendheaterprojekte in Chemnitz und Zwickau im Programm „tanz+theater machen stark“ stattfinden: In jeder Stadt bildet sich eine Gruppe aus benachteiligten Jugendlichen, die über ein Jahr lang kontinuierlich ein Stück mit starkem lokalen Bezug entwickelt. Die Projekte sind angedockt an das Programm „neue, unentd_ckte narrative“, welches sich mit rassistischen Einstellungen zugrundeliegenden Umbrucherlebnissen beschäftigt, und dazugehörige Erzählweisen aufgreifen und aufbrechen möchte.

Für diese theaterpädagogischen Jugendprojekte suchen wir eine freiberufliche pädagogische Fachkraft, die entweder in beiden Städten, oder nur in einem der beiden Projekte die folgende Aufgaben übernimmt:

  • pädagogische Leitung der Theatergruppe auf der Basis des bewilligten Konzepts
  • organisatorische Leitung der Gruppe
  • Ansprechpartner_in der Jugendlichen bei besonderen Problemen
  • theaterpädagogische Unterstützung der Proben
  • Vorbereitung und Betreuung der Aufführungen

Wir wünschen uns eine Person, die:

  • Erfahrung mit außerschulischer pädagogischer Arbeit mit Jugendlichen hat, oder Lust darauf hat, abseits der Schule neue Wege zu gehen
  • einen guten Blick für Gruppenbildung und Gruppenprozesse hat und Störungen unaufgeregt thematisieren und klären kann
  • Erfahrung mit Jugendlichen mit besonderen Problemlagen hat und die Beziehungsarbeit, die diese Jugendlichen brauchen gerne leistet
  • gerne an der Schnittstelle zwischen Politik und Kunst arbeitet

gut mit einer künstlerischen Fachkraft zusammenarbeiten und gemeinsam die Gruppe leiten kann

Was wir bieten:

  • Leistungsgerechte Bezahlung auf Honorarbasis
  • Arbeit in einem Bündnis aus mehreren Partnern
  • eigenverantwortliche Leitung der Theatergruppe im Team mit einer künstlerischen Fachkraft

Ab wann: Mai 2018 Wo: Chemnitz/Zwickau

Bewerbungsprozess: Sende uns Deine Bewerbung bis zum 13.5.2018 und auch gerne früher an franz.knoppe@asa-ff.de

            Gefördert vom                                                         im Rahmen des Bundesprogramms