pop-up stories

Im Rahmen des Festivals „Aufstand der Geschichten“ von neue unentd_ckte narrative vom 3-10.11.2018 entstehen im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg „Pop-Up Stores“ zum Thema „Public Histories“.

Der Ansatz „Public Histories“ konzentriert sich auf den öffentlichen Nutzen von Geschichte, der über die Aufbewahrung von Dokumenten und die akademische Bearbeitung des Feldes hinausgeht. Es geht darum, Geschichten außerhalb des Elfenbeinturms zu sammeln, zu erzählen und zu verbreiten. Im Fokus stehen dabei besonders diejenigen Geschichten, die bisher wenig oder keinen Raum in der offiziellen Geschichtsschreibung erhalten haben. Ziel ist dabei insbesondere die Inklusion von migrantischen Perspektiven in städtische Transformationsgeschichten.

„Pop-Up Stores“ sind temporäre Läden in leerstehenden Räumlichkeiten – Cafés, Restaurants, Shops – improvisiert und fernab von den offiziellen Einkaufsstraßen. Als solches sind sie Räume für Wiederbelebung und Experimente. Der Sonnenberg in Chemnitz war in den letzten Jahren ein Brennpunkt neonazistischer Aktivitäten (Stichwort: Rechtes Plenum). Überdurchschnittlich viele Menschen haben hier bei den letzten Bundestagswahlen die AfD gewählt. Der Sonnenberg ist aber auch ein Ort für Experimente, viele Kunst- und Stadtentwicklungsprojekte haben hier in den letzten Jahren stattgefunden.

Beide Ansätze zusammen ergeben „Pop-Up Stories“ – Experimentierräume, um Geschichten zu sammeln und zu verbreiten – in Form von Schönheitssalon, Spielehalle, Buchladen und Schreibwerkstatt. Die Pop-Up Stores haben 3 Tage geöffnet. Sie befinden sich in Laufnähe, um miteinander zu agieren. Man kann konsumieren, z.B. seine Haare schneiden, essen, Bücher kaufen. Man kann reflektieren, z.B. in Spots und Talks den Macherinnen der Stores lauschen. Und man kann mitmachen, z.B. in Workshops über Digital Storytelling.