was wir tun

für neue Erzähl- und Möglichkeitsräume

Unser Modellprojekt öffnet Erzählräume – gegen ein „Ende der Geschichte“, für neue unentd_ckte narrative. Indem wir Geschichten neu erzählen, neu rahmen und neu schreiben, setzen wir das Gestern, Heute und Morgen in wechselnde Beziehungen, eröffnen neue Lesarten, neue Handlungs- und Möglichkeitsräume. Was war? Was hätte sein können? Was ist? Was könnte sein? Kulturschaffende erachten wir dabei als zentral. Sie entwirren Komplexes, geben Ungehörtem eine Bühne, schaffen visuelle Zugänge, lösen diskursive Knoten und bespielen die Leerstellen zwischen Fakten und Fiktion, Vernunft und Emotionen. Diese Leerstellen zu schließen bedeutet rechtspopulistischen Akteuren, Einstellungen und Erzählungen den Nährboden zu nehmen.

raus aus der Blase

Zentral für das Modellprojekt ist das „Verlassen von Blasen“, die Multi-Perspektivität. Als solches ist es ein Schnittstellenprogramm zwischen Kultur, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um generations- und zielgruppenübergreifende Handlungsansätze gegen Rechtspopulismus zu entwerfen und möglichst breite Teile der Stadtgesellschaft einzubinden. Es basiert auf dem Methoden- und Erfahrungstransfer zwischen Chemnitz und Städten mit vergleichbarer Transformationsgeschichte in Europa, und ist als solches an den Bewerbungsprozess von Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt angedockt.

wie?

Unter dem Dach des Programms werden mehrere Kreativformate entlang unterschiedlicher Erzählungen und mittels unterschiedlicher künstlerischer Praktiken produziert, die jährlich in ein Festival münden. Begleitet werden die Formate von europäischen Bildungsreisen und Qualifizierungsmodulen für Kulturschaffende. Der Fokus im ersten Jahr liegt auf Geschichten der Stadt Chemnitz. Im zweiten Jahr werden diese auf europäischer Ebene gespiegelt. So holen wir zum Beispiel den großen Sohn der Stadt Chemnitz Stefan Heym wieder auf die Bühne und lernen von seiner von Umbrüchen geprägten Biographie. Wir erwecken Objekte aus der DDR-Zeit und lassen sie entlang unterschiedlicher Leben laufen. Wir legen das „Sächsische“ unter den Polylux und projizieren es auf mehrere geschichtliche Wenden. Wir widmen uns dem Nicht-Erzählen, dem Schweigen und der Angst.

Das Festival „Aufstand der Geschichten“ (AT), dieses Jahr voraussichtlich vom 3. bis 11.11.2018, entfesselt die Erzählungen, mittels Figurentheater, Objekttheater, Kunstinstallationen, Ausstellungen, Videospielen oder Graphic Novels, eingerahmt in ein vielseitiges politisches Rahmenprogramm mit Expertinnen aus unterschiedlichen Bereichen, an über die Stadt verteilten Veranstaltungsorten wie dem Theater Chemnitz, dem Industriemuseum, dem Archäologischen Museum, soziokulturellen Zentren, leerstehenden Ladenzeilen, öffentlichen Räumen usw.