Kategorie: aufstand der utopien

aufstand der utopien

Zukunft zum Selbermachen vom 6.-10.11.

Schluss mit der ewigen Weltuntergangsrhetorik, dem ständigen 5 vor 12! Vermesst mit uns utopische Zwischenräume während des fünftägigen Festivals Aufstand der Utopien und lasst uns gemeinsam positive Erzählungen als Triebkraft eigener Verantwortung entwerfen.

Erzählungen über vergangene und zukünftige Umbrüche sind das Futter aktueller Macht- und Anerkennungskonflikte weltweit“, betont Jane Viola Felber, Projektleiterin vom Programm „neue unentdeckte narrative“. „Uns geht es nicht um die eine große Erzählung, sondern darum, den vielen kleinen Zukunftserzählungen in der Stadt Raum zu geben.

Zusammen mit über 20 KooperationspartnerInnen initiiert das Modellprogramm „neue unentd_ckte narrative“ des ASA-FF e. V. das Festival „Aufstand der Utopien“. Es wird der Blick in die Zukunft, auf Utopien und Dystopien gerichtet: Welche Erzählungen prägen unsere Vorstellungen über die Zukunft und welche Rolle spielen diese für aktuelle Herausforderungen? Die Eröffnungsrede hält der Utopieforscher Richard Saage, moderiert von Juri Gagarin. Dann geht es in die St. Markuskirche auf dem Sonnenberg, um mit dem belgischen Ensemble um Ultima Vez in ihrem partizipativen Tanzstück “INVITED” gemeinsam in Kontakt zu treten und Gesellschaft zu tanzen. Als Kontrastprogramm sperrt die Oper Chemnitz Mefistofele in den Club zu elektronischer Musik. Die Initiative Offene Gesellschaft und AGIUA fragen in zwei interaktiven Ausstellungen, in welchen Gesellschaften wir leben wollen. Im weiteren Verlauf reißt das Theater im Escaperoom das Monopoly-Spiel ein und macht sich in der Bevölkerung auf die Suche nach konkreten Utopien. In einem Zukunftslabor reisen Jugendliche mithilfe Gagarins in die Welt von morgen. Mit Utopia Toolbox werden Utopien in den Stadtraum übersetzt. Am 9.11. spannen wir mit Zeitzeuginnen den Bogen von der Wende als utopischen Zwischenraum über den Arabischen Frühling und Occupy bis heute und veranstalten gemeinsam mit Laszlo Nagy ein Paneuropäisches Picknick um die “Eisernen Vorhänge” von Heute einzureißen. Am Sonntag, den finalen Tag, bringen wir Chemnitzer UtopistInnen zusammen und konservieren die Gespräche und Visionen während des Festival in einer Zeitkapsel, die erst am 9.11.2089, 100 Jahre nach der Friedlichen Revolution, wieder geöffnet wird.

Die Utopisten von heute sind die Realistinnen von morgen. Fangen wir an!

Tickets findet ihr hier oder an den jeweiligen Abend- und Museumskassen.

Für mehr Informationen hier


aufstand der utopien

Ausschreibung Projektresidenz: “Utopische Zwischenräume” in Chemnitz

Gestalte utopische Zwischenräume in Chemnitz hinter dem Karl-Marx-Monument! // Create utopian spaces in Chemnitz behind the Karl-Marx-Monument!

++english version below++

Im Rahmen des Modellprojekts neue unentd_ckte narrative schreiben wir eine zweimonatige Projektresidenz für eine Person/ein Tandem aus, der/die den zentralen Ort des Festivals „Aufstand der Utopien“ gestaltet.

Read more “Ausschreibung Projektresidenz: “Utopische Zwischenräume” in Chemnitz”

aufstand der utopien

Workshop mit Philipp P. Thapa: Utopisch denken, demokratisch streiten

Utopie ist mehr und etwas anderes als ein Synonym für unmögliche Fantasie. In vier Schritten führt der Workshop in eine zeitgemäße Methodik des utopischen Denkens ein. Im ersten Schritt vermittelt ein Vortrag mit Diskussion einen Überblick über die Kulturgeschichte, gesellschaftliche Wirkung und aktuelle Theorie des utopischen Denkens. Im zweiten Schritt entwerfen die Teilnehmenden selbst Utopien, d.h. ganzheitliche Visionen von alternativen Gesellschaftssystemen. Daraus entsteht eine Situation, die typisch ist für eine offene Gesellschaft: Im Austausch ihrer Mitglieder treffen unterschiedliche Gesellschaftsvisionen aufeinander. Daher üben die Teilnehmenden im dritten Schritt, demokratisch über ihre Utopien zu streiten, diese anhand von Kritik zu verfeinern und gemeinsam praktische Entscheidungen zu treffen, ohne ihre Utopien aufzugeben. Im vierten Schritt reflektieren die Teilnehmenden den Arbeitsprozess und ziehen daraus Schlussfolgerungen für ihre eigenen kreativen Vorhaben.

Philipp P. Thapa studierte Landschaftsökologie, um wieder im Naturschutz in Nepal zu arbeiten, und wurde Übersetzer, Entwicklungshelfer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Callcenteragent, in dieser Reihenfolge. Seit 2011 ist er Lehrbeauftragter für Ethik der nachhaltigen Entwicklung an der Universität Freiburg. Zuletzt arbeitete er als Umweltphilosoph an der Universität Greifswald. Utopisches Denken ist für ihn eine methodische Antwort auf die aktuellen Fragen der gesellschaftlichen Transformation. Als Mitglied der Utopian Studies Society (Europe) organisierte er 2018 eine Tagung zu Utopien und Ökologien.

Wann: 4. Mai 2019 – 10:00 – 17:00 Uhr
Ort: All In – Rosenhof 14, 09112 Chemnitz

Alle 20 Plätze sind restlos ausgebucht, ihr könnt euch bei Interesse aber auf die Warteliste setzen lassen mit einer Mail an frauke.frech@asa-ff.de und bekommt kurzfristig Bescheid falls ein Platz frei wird.

aufstand der utopien

neue unentd_ckte narrative – Schnittstellentreffen #01

Herzlichen Dank allen Teilnehmer:innen der zivilgesellschaftlichen und institutionellen Chemnitzer Kulturlandschaft am neue unentd_ckte narrative Schnittstellentreffen #01/2019 im Wirkbau. Nach einer Führung mit Beate Düber durch die Wanderausstellung “Kunst trotzt Ausgrenzung” arbeiteten wir am Vormittag des 16.04. an Kreativformaten für unser Festival “Aufstand der Utopien” vom 6.-10.11.

Mit von der Partie waren u.a. AGIUA, die Offene Gesellschaft, Senior:innenfilmklub, Pia Sachs von der Europastelle der Stadt Chemnitz, Kulturhaus Arthur, Stadtrat Ulf Kallscheidt, Annika Lorenz von Chemnitz Open Space, Kolleg:innen der Theater Chemnitz, Attila Bihari vom smac u.v.m.

Danke für alle konstruktiven Beiträge, die bisher zusammen getragen wurden – nehmt Kontakt mit uns auf wenn ihr weitere habt unter frauke.frech@asa-ff.de Das Schnittstellentreffen #02 wird voraussichtlich im Juni stattfinden.

aufstand der utopien

Reisebericht: Kann Chemnitz von Manchester Lernen?

von Autorin und Organisatorin: Jane Viola Felber, Projektleiterin „neue unentdeckte narrative“

Wie ging Manchester mit Umbrüchen in der Vergangenheit um und welche Ideen für die Zukunft kommen aus ihr? Unter dem Titel „Von Manchester Lernen?!“ hat der ASA-FF e. V. vom 28. bis 31. März eine Vernetzungsreise für 15 Kooperationspartnerinnen v.a. aus Chemnitzer Kultureinrichtungen veranstaltet.

Mit dabei waren Vertreterinnen u.a. von CWE Chemnitz, Die Theater Chemnitz, Klub Solitär, OFF-Theater Komplex, dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC), Spinnerei e.V. und dem Zentrum für Darstellende Kunst. Ziel der Reise war es, sich mit Akteurinnen aus unterschiedlichen Bereichen in Manchester zu vernetzen und auszutauschen, innovative Handlungsansätze kennenzulernen und Erzählungen der Stadt zu Umbrüchen in Vergangenheit und Zukunft zu recherchieren. Auf dem Programm standen u.a. Treffen mit dem Manchester International Festival, dem Kulturzentrum HOME, den Künstlerinnen um Proforma, Stadtratsabgeordneten, dem Kulturamt, der Initiative Multilingual Manchester und Museen wie dem Manchester Museum und People’s Public History Museum.

Warum Manchester? Nach Budapest im Jahr 2017 und Rotterdam im Jahr 2018 fiel die Wahl dieses Jahr auf Manchester als Partnerstadt von Chemnitz, die eine ähnliche Transformationsgeschichte als Industriestandort verbindet und sich wie ganz Großbritannien gerade in den Brexit-Wirren befindet. Die Vernetzungsreise fand um den 29. März statt, den anfangs vereinbarten Termin für den Brexit. Bekannt als Stadt, von der die industrielle Revolution ausging, mit hoher Arbeitslosigkeit und Kriminalität in den 1970ern, erlebt Manchester seit den letzten zwei Jahrzehnten einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und präsentiert sich als Stadt, in der die Ideen für die Zukunft gestaltet werden. An jeder Ecke werden neue Hochhäuser gebaut. Kultur dient dabei als Standort- und Innovationsfaktor und ist ein Querschnittsthema für alle Politikbereiche. Auch bei der Aufarbeitung der Anschläge – 1996 durch die IRA, 2017 durch einen islamistischen Selbstmordattentäter, wirkte Kultur der Spaltung der Gesellschaft entgegen, eindrucksvoll zu sehen in der Identifikation der Stadt mit ihrem Symbol der Biene und dem Gedicht „This is the Place“ von Tony Walsh. Aber nicht alles glänzt. Die Obdachlosigkeit in Manchester ist sehr hoch, überall liegen Überbleibsel der Droge Spice. Es gibt wenig Grün und ruhige Oasen in der Innenstadt. Die Frage stellt sich mancherorts, für wen die Kultur ist und wessen Geschichten sie erzählt. Ein noch umfangreicherer Bericht der Reise wird in den nächsten Wochen erstellt und hier, über Soziale Medien und Vorträge des Vereins zugänglich gemacht.

Die Reise fand im Rahmen des Chemnitzer Modellprojektes „neue unentdeckte narrative“ statt. Im Rahmen des Projekts entstehen kulturelle Formate wie Theaterstücke und Ausstellungen an der Schnittstelle zwischen Kultur, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung in Chemnitz, die jährlich in ein Festival münden. Letztes Jahr lag der Schwerpunkt mit dem Festival „Aufstand der Geschichten“ auf vergangenen Umbrüchen und welche Rolle diese in den aktuellen Konflikten spielen. Dieses Jahr liegt der Fokus auf Zukunftserzählungen. Das Festival im November dieses Jahres trägt den Titel „Aufstand der Utopien“. Das Programm möchte Orte schaffen, in denen eine breite Stadtgesellschaft an gemeinsamen Erzählungen für die Zukunft arbeitet.